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Das Frankenstein-Thema

Für tot erklärt

White: Ich habe Hunderte von Menschen gesehen, deren Herz kräftig schlug, deren Darm Essen verdaute und deren Nieren Urin abschieden. Und ich erklärte sie für tot. Dann öffneten wir den Körper, nahmen die Organe heraus und retteten damit viele Menschen. Und ich fand das gerechtfertigt, weil nur das Gehirn einen Menschen ausmacht. Nicht seine Leber oder seine Niere. Sein Gehirn ist es. Und wenn es sich nicht mehr regt, also tot ist - da stimmen Wissenschaft und die Lehrmeinungen vieler Religionen überein -, dann ist dieser Mensch als Person tot. Die Gesellschaft hat dieses Konzept längst akzeptiert.
 
  Jungblut: Ich zweifle sehr, ob die Gesellschaft das so akzeptiert, wie Sie es behaupten. Ich glaube eher, dass die Gesellschaft dieser Definition misstraut und sie ihr nicht geheuer ist.
White: Das ist aber nicht sehr nett! Ich habe diese Definition des Gehirntods mitentworfen.
 
  Jungblut: Wie bitte? Sie waren einer ihrer Väter?
White: Vater des Gehirntods möchte ich nun nicht gerade sein. Aber ich habe die Definition mit ausgearbeitet und für den Vatikan ein Buch darüber verfasst. Diese Definition entspricht meiner Überzeugung, und sie wurde von der doch manchmal recht konservativen Kirche und vom Papst als wissenschaftliche Wahrheit akzeptiert: Wenn dein Gehirn tot ist, bist du als Mensch, als Person tot, auch wenn dein Herz noch schlägt.