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Das Frankenstein-Thema

Das ist für mich Unsterblichkeitswahn

White: Den meisten Menschen gefällt das Leben hier. Sie lieben die Sonne. Die meisten wollen nicht sterben, weil sie nicht wissen, was dann passiert. Sie, der nicht an eine Seelenwanderung glaubt, Sie sind sich sicher, dass Sie einfach zu Erde werden. Doch ich glaube, dort nach oben aufzusteigen, wo die Engel singen.  
  Jungblut: Na, ein klein wenig Angst müssen Sie doch haben.
White: Ich mache mir schon Sorgen darüber. Nach all den vielen Jahren, in denen ich beim Versuch, Leben zu retten, den Tod ausgiebig studiert habe, weiß ich immer noch nicht, was er bedeutet.  
  Jungblut: Würden Sie ja sagen, wenn Ihnen jemand einen jungen Körper anbieten würde und Sie vielleicht dem Tod von der Schippe springen und sogar noch einige weitere Jahre am OP-Tisch arbeiten könnten?
White: Das ist interessant. Ich würde ablehnen, wenn ich hinterher nur ein Kopf auf dem Kissen wäre. Aber nehmen wir an, es ist jemandem gelungen, das Rückenmark wieder zusammenwachsen zu lassen, und ich erhalte den Körper eines jungen Motorradfahrers. Das ist natürlich ein Angebot, das nur schwer abzuschlagen wäre. Ich mag den Operationstisch. Das Operieren ist eine Droge. Nun ist das leider vorbei. Mich bedrückt jetzt, dass meine Zeit langsam verstreichen könnte, ohne dass ich die Transplantation ausgeführt habe, und dass sie irgendjemand in China oder Russland machen könnte, jemand, der vielleicht nicht so viel Wissen und Erfahrung hat.  
  Jungblut: Sie haben so viel erreicht in ihrem Leben. Sie könnten sich doch zufrieden zurücklehnen und die Welt betrachten.
White: Ich möchte aber noch zeigen, dass die Körpertransplantation möglich ist. Ich möchte diesen Menschen schaffen.  
  Jungblut: Aha, Sie wollen Gott spielen!
White: Wer möchte das nicht.